St. Blasius

Schützenbruderschaft Kinzweiler 1718 e.V.

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Haus Kambach

 

 ... ein Kleinod im Aachener Grenzland

 

Auch das Aachener Grenzland ist reich, überreich an Burgen und Schlössern. Ein Themenbereich der fesselnd die Geschichte rund um das Aachener Grenzland beschreibt aus den jungen Tagen des 19. Jahrhunderts. Dr. Oellers hat es sich in den Heimatblättern des Landkreises aachen Ausgabe 1939; 9.Jahrg.; S. 24 ffg zur Aufgabe gemacht hier die Gegend rund um Kinzweiler zu beschreiben. In seinem Text befasst er sich hier mit dem KLEINOD Haus Kambach zu Kinzweiler wie folgt:

Wer´s noch nicht weiß, es nicht glauben will, der greife zum Wanderstab und ziehe hinaus auf Entdeckungsfahrt. Wem´s mit dem Wander-stecken zu langsam geht, der bediene sich eines neuzeitlichen Verkehrsmittels und unternehme eine Schlösser- und Burgenfahrt durch dieses geschichtlich, kulturell, wirtschaftlich und land-schaftlich fesselnde Gebiet! Ja - es kommt eben auf´s Entdecken an!

 

Unsere Entdeckungsfahrt geht in die nordöstliche Ecke des Landstreifens Aachen. Auf der Höhe zwischen Hehlrath und Eschweiler werfen wir einen Blick auf das von Wäldergrün umrahmte weite Stolberg - Eschweiler - Weisweiler Industrialgebiet, das mit seinen vielen Rauchfahnen, seinem wiesengrünen Indetal und der im leichten Dunstschleier liegenden Stadt Eschweiler zu den frisch-hellen und dunkelgrünen Bogens des herrlichen Juni-Ührenmeers in dem uns umgebenden alten Bauernland einen köstlichen Kontrost bildet.

Dann wandern wir offenen Auges durch das langgestreckte, freundliche Hehlrath, erfreuen uns am Anblick schöner alter und neuer Häuser, "genehmigen uns einen" in einer der auffallend zahlreichen Dorfgaststätten - und dann greifen wir unser eigentliches Wanderziel an: das dort linker Hand hinter Wiesen- und Obstbaumgrün schon auftauchende schöne alte KINZWEILER.

Soeben fährt die von Eschweiler über Mariadorf nach Alsdorf eilende Strassenbahn durchs blumengeschmückte Wiesengrün an uns vorüber in Richtung Kinzweiler Burg. Deren stattliches Herrenhaus, halbverdeckt hinter Bäumen liegend, will uns schon heranlocken; doch zuerst widmen wir dem lieblichen Herrenhaus Kambach unseren Besuch. Der soll eben der Auftakt für unsere Kinzweiler Studienfahrt sein.

 

Nun stehen wir staunend und überrasch am Straßenrand, die Augen überfliegen zunächst - das idyllische Gesamtbild und dann genießen sie die Einzelheiten das aus einem breiten, klarem Wassergraben in blendenden Weiß empor-steigenden zweigeschossigen Herrenhauses.

Der dreigeschossige quadratische Turm mit den kleinen Quersprossenfenstern schließt die Südseite ab. Wir gehen einige Schritte weiter und stellen fest, dass die architektonische Harmonie durch die jetzt landwirtschaftlichen Zwecken dienende dreiflügelige Vorburg stimmungsvoll gehoben wird. Die Kuppelhaube des Turmes mit ihrem hübschen Helm sieht von hier noch reizende aus. Die schwungvolle Linie zur Höhe und das leuchtende Herrenhaus im Wassergraben mit dem umschließenden Waldgrün geben dem ganzen die Idylle und Ruhe. Unrast gibt es hier nicht; eher Sicherheit!

Und die Geschichte des Hauses Kambach?  Auch dieser schmucke Sitz hat eine Chronik, wenn sie auch nicht angefüllt ist mit kriegerischen Helden- und Untaten, mit Überfällen, Plünderungen und Feuerbrünsten oder gar mit Mord und Totschlag.

Jakob von dem Broeck (Broich) ist für das Jahr 1463 als Besitzer von Kambach nachweisbar, das damals ein Lehngut der reichen Eschweiler Domprobstei war. Noch unter der Rubrik der Propsteierwald-Einkünfte von 1660 finden sich u.a. angegeben die Orte Hehelrath, Kinzweiler, St. Jöris, Warden, Hoengen, Dürwiß, Ober- und Niedermerz, ja selbst Schleiden und Engelsdorf ( bei Aldenhoven), ein untrüglicher Beweis für die damalige weite Ausdehnung des Propsteierwaldes, der Zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch bis Hehlrath und Kinzweiler reichte.

 

 

 Bild: Haus Kambach im Winterkleid _ 1939 Dr. Oellers Heimatblätter LK Ac S.25

 

Im Jahre 1547 ist Adam von Hetzingen Besitzer des Gutes; wegen seines Besitztums steht er auf dem Jülicher Ritterzettel aus diesem Jahre. 1563 wird Gerhard von Palant zum Vormund der minderjährigen Kinder das Adam Hetzingen und der Cäcilia Hurt von Schönecken außer mit dem "Schlosse" Eschweiler, dem "halben Domhof" in Eschweiler und dem Dürwisser Hof auch mit dem Hause Kambach belehnt. So ist´s nachzulesen im driten Mannbuch der Aldenhovener Mannkammer vom Jahre 1567 (Vergl. Koch "Geschichte der Stadt Eschweiler", Eschweiler, 1882, Bd 1, S. 166 ffg) Von den Kindern der Hetzingen brachte Barbara das Gut 1564 als Ehegabe mit für Johann von der Lipp, von dem es 1686 Mathias Gilles erwarb. 1699 kaufte es von diesen Johann Bernhard von Cotzhausen, der schon 1701 - was aus der Wappentafel über dem Portal des Hauses noch zu entziffern ist - die Reste der alten Burg durch den gottlob noch heute erhaltenen prächtigen Bau  ersetzen ließ.

 

 

 Aus der Zeit des Schultheißen von Cotzhausen, der übrigens vor seinem Amtsstubenfenster auf der Straße vor dem alten , noch erhaltenen Kinzweiler Pannhaus einen mann aus St. Jöris, der seinen Bruder erschlagen hatte,..., stammen auch die zwei großen Baracksteinvasen am Treppenaufgang zum Garten. Im Jahre 1845 kam Haus Kambach mit seinen Liegenschaften durch den Kauf an Herrn Reh aus Glesch im Kreise Bergheim; dessen Enkel bewohnt noch heute die zum Reh´schen Familienbesitz gehörende schöne Wasserburg.

Das Geschlecht des ersten Besitzers, des Jakob von den Broeck, führte im Wappenschild drei durchbrochene Ruten und auf dem Helm eien Eberkopf.

Auch das Wappen der Familie von Cotzhausen (Schild mit drei Kugeln) ist auf dem Grabsteinplatten in der Kirche zur Not noch deutbar. Diese Familie führte im Wappen einen Mann im langen Rock, der eine linke in die Seite stemmte und in der erhobenen Rechten ein Winkelmaß hielt.

Weitere Informationen bzgl. Haus Kambach kann man im erschienen Buch "300 Jahre Haus Kambach" im Jahre 2001 inkl. der Familiengeschichte um das Anwesen nachlesen. So erhält man einen innigen Einblick in die Geschichte um Haus Kambach aus dem Jahre 1463 mit dem Erstbesitzerr Jakob Adam von Broich. Das heutige Haus Kambach ist Generationen übergreifend in der Familie geblieben nachdem es im 17. Jhrdt. erworben wurde. Haus Kambach ist bekannter geworden durch seine heutige Golfanlage. Der Umbau seinerzeit und Öffnung für die Bevölkerung brachten neue Attraktivität nach Kinzweiler und Hehlrath. Ein Kleinod zur Erholung für Sportbegeisterte, für Wanderer, Radfahrer und Besucher der Gastronomie sowie des Herrenhauses zu Hochzeiten die hier Standesamtlich im Schloss abgehalten werden. Mehr Informationen erhalten Sie unter Freunde und Gönner oder >>> Schemmes Restaurant.

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